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Kaiser Karl I. von Österreich-Ungarn (1887 -1922) wurde am 04.10.2004 selig
gesprochen. Hallelulja !!!! Der Seligsprechung Karls ist ein Prüfungsprozess voraus gegangen, der 55 Jahre dauerte.
Er verstarb mit nur 34 Jahren nach einer Lungenentzündung hier auf Madeira. Noch ruht er in einem Seitenschiff, das eigens für ihn angebaut wurde, in der Kirche Nossa Senhora do Monte. Den Sakrophag kann man hier durch ein schmiedeeisernes Tor besichtigen.
Die Frage, wie man selig gesprochen wird, hat sich ihnen bestimmt gerade gestellt!
Hier die Antwort:
Wichtigste Voraussetzung für die Seligsprechung - das muss jeder Student des
Kirchenrechts wissen - ist, dass die betreffende Person tot ist. Weiters muss sie, so der Codex Iuris Canonici, ein heiligmäßiges Leben geführt und ein Wunder gewirkt
haben. In der Regel ist das eine Wunderheilung. Kriterium ist auch die weit verbreitete Verehrung durch das gläubige Volk. Damit soll verhindert werden, dass kleine, aber einflussreiche Lobbys gewisse
Verfahren aus polititschen Gründen vorantreiben. Dies soll tatsächlich schon vorgekommen sein. Andere Maßstäbe gelten für Märtyrer. Sie brauchen kein Wunder zu tun. Allerdings muss nachgewiesen werden,
dass sie aus Glaubenshass getötet wurden. Heiligen wird ein zweites Wunder
abverlangt, das nach der Beatifikation stattfinden muss. Sie dürfen, anders als die Seligen, nicht nur in bestimmten Ländern oder Regionen, sondern Weltweit verehrt werden. Selige und Heilige werden in den liturgischen Kalender aufgenommen, ihre Statuen dürfen mit Heiligenscheinen ausgestattet werden. (taz vom 30.09.2004).
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